Roche kauft mit Flatiron Health nächstes innovatives Startup

05.03.2018 Trends
2 Minuten Lesezeit
(c) Jonathan Weiss/Shutterstock.com

Nach dem Kauf des österreichischen Unternehmens MySugr 2017 übernimmt Roche nun auch das Startup Flatiron Health.

Das Schweizer Unternehmen kaufte Flatiron Health für rund 2,1 Milliarden US Dollar. Roche nähert sich damit weiter der Digitalisierung an. Das Startup bietet Programme für Ärzte, die Krebspatienten behandeln.

Flatiron Health besitzt ein System für eine elektronische Patientenakte und bietet Programme für Ärzte, die Krebspatienten behandeln. Die dort eingegebenen Daten können von Forschern und Life Sciences Unternehmen benutzt und analysiert werden, um bessere Behandlungsmöglichkeiten für Krebs zu finden. Das Programm kann zum Beispiel dabei helfen, dass klinische Studien mit den richtigen Patienten durchgeführt werden.

Erfolgreiches Startup zweier Ex-Google Mitarbeiter

Bereits vor der Übernahme von Flatiron Health hielt Roche Anteile in Höhe von 12 Prozent des Unternehmens. Neben dem Pharmagiganten investierte vor allem Alphabet GV (früher Google Ventures) in das Startup. Flatiron Health wurde von Nat Turner und Zach Weinberg gegründet. Beide sind ehemalige Google Mitarbeiter.

Die Gründer gaben 2016 der New York Times bekannt, dass sie einen Launch für die kommenden zwei bis drei Jahre planten. Vor dem Verkauf initiierte das Startup eine weitere Runde Investitionen. Auch hier war Roche mit dem höchsten Betrag, 175 Millionen US Dollar, beteiligt. Der Wert von Flatiron Health wurde nach dieser Investitionsrunde auf 1,2 Milliarden US Dollar geschätzt.

Insgesamt hat Flatiron Health Investitionen in Höhe von rund 300 Millionen US Dollar von verschiedensten Investoren aus dem Technologie und Healthcare Bereich erhalten. Zu ihnen gehören Roche, Allen & Company, GV, First Round Capital und SV Angel. Laut verschiedener Quellen hatte auch der Medical Distribution Riese McKesson Interesse an dem innovativen Startup angemeldet.

Übernommene Unternehmen bleiben eigenständig

Als ein Teil des Deals mit Roche kaufte das Pharmaunternehmen auch einige Software Produkte von Flatiron Health. Dies ermöglichte es dem Startup, erste Veröffentlichungen vorzunehmen. Genau wie bei der Übernahme des österreichischen Startups MySugr wird auch Flatiron Health ein eigenständiges Tochterunternehmen in der Roche-Familie bleiben. Laut Nat Turner war dies eine der Bedingungen für den Verkauf an Roche.

Beide Startups, MySugr und Flatiron Health, behalten trotz der Übernahme ihre Mitarbeiter und müssen keine Restrukturierungen befürchten. Aus der Perspektive der Markenidentität ändert sich nichts, so Turner in einem Interview weiter.

Großes Interesse an Digitalisierung

Der Deal zwischen Flatiron Health und dem Pharmariesen Roche sollte im ersten Halbjahr 2018 abgeschlossen sein. Das Startup wird Roches Onkologie Portfolio um einen digitalen Anteil erweitern. Das Interesse des Schweizer Pharma Unternehmens an Unternehmen, die eine Schnittstelle zwischen Medizin und Technologie darstellen, scheint stetig zu wachsen. Neben den Übernahmen von MySugr und Flatiron Health ist Roche auch Partnerschaften mit 23andMe und Foundation Medicine eingegangen.

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