Die Leithammel in diesem Jahr – die wichtigsten Rollen in Social-Media 2022

19.03.2022 Trends
3 Minuten Lesezeit

Das neue Jahr nähert sich schon seinem Viertel. Mit dem aufkommenden Frühjahr denkt nicht nur die Natur ans Wachsen – auch die Wirtschaft. Viele Unternehmen sind auf der Suche nach neuen Marketing-Köpfen, die der eigenen Marke zu schärferem Profil verhelfen sollen. Das sind die wichtigsten Rollen, die Marketingverantwortliche im Jahr 2022 einstellen wollen.

1. Creative Director

Die Gegenwart bietet Marketing eine Vielzahl an Plattformen und Möglichkeiten, die eigene Marke zu präsentieren. Von zeitgemäßem Marketing wird im Gegenzug aber auch erwartet, dass sie plattformübergreifend Erstklassiges an Inhalten bieten. Einerseits geht es da um verschiedene Kanäle, die bedient werden möchten, andererseits auch um verschiedene Ausdrucksformen: Blog-Artikel und Bildposts sind nicht mehr alles, der Video-Konsum steigt seit Jahren um hohe Prozentzahlen. Allein im ersten Jahr der Pandemie hat er sich mehr als verdoppelt.

„Ein hervorragender Kreativdirektor entwickelt also eine klare und nachvollziehbare visuelle Identität Ihrer Marke,“ so wird Mark Tanner, der Mitbegründer von Qwilr gern zitiert. Von so einem Experten erwartet man eine übergreifende Content-Strategie, die alle Inhalte zielgerichtet einsetzt. Doch betrifft eine gute Strategie nicht nur Inhalte und deren Qualität, sondern auch die Ästhetik der Erscheinung. McKinsey hat im US-amerikanischen Markt nachgewiesen, dass designorientierte Unternehmen im Generellen besser abschneiden als ihre Mitbewerber.

Da geht es um Unternehmen, deren Marketingmaterialien insgesamt optimal, sehr effektiv und der Marke entsprechend gestaltet sind – mit einem Wort: alles aus einem Guss. Dabei ist die Kreativdirektorin mit Augen, Ohren und Nase nahe am Kunden, weiß, wie er tickt und versteht, was er will. Nur wer die Welt aus der Perspektive seiner Kunden erfährt, kann seine Marke so gestalten, dass sie bei ihnen Anklang findet.

Exzellent ist ein Kreativdirektor aber erst dann, wenn er vorausdenken kann – und die Fragen beantworten kann: Wie wird die Zukunft für die Marke und den Markt aussehen? Das permanente Infragestellen der Umgebung und das dauernde Herausfordern des eigenen Status-quo erzeugt Agilität im Marketing.

2. Creative Assistent

Wer selbst in führender und entscheidender Position beschäftigt ist, weiß, wie wichtig es ist, in essenziellen Dingen unterstützt zu werden. Eine gute Kreativdirektorin kann ihr Potential unserer Meinung nach dann vollständig entfalten, wenn sie die richtige Unterstützung erhält – durch einen Creative Assistent.

Der Creative Assistent ist ein Berufseinsteiger. Einerseits bringt der „Neue“ großen Hunger mit, im Unternehmen möglichst viel zu lernen (andernfalls sollte man ihn nicht einstellen). Andererseits ist ein großer Vorteil von Jungen in der Branche eine neue, frische Sichtweise, oftmals frei von eingefahrenen Positionen.

Die richtige Mischung macht es aus: solide technische Ausbildung in den zeitgemäßen Tools, fundierte Kenntnisse der gegenwärtigen Social-Media-Kanäle und die große Bereitschaft, bei der Arbeit viel zu lernen.

3. Content-Marketing-Manager

Die KonsumentInnen der Gegenwart sind ganz anders als frühere Verbrauchergenerationen. Sie ändern sich in rasantem Tempo. Heutige KundInnen haben ein ausgeprägteres Einkaufsverhalten, recherchieren öfter und lassen sich nicht durch plumpe Sager einfangen. Sie wollen unterhalten, informiert und schließlich begeistert werden. Aber eines wollen sie nicht: mit abgedroschenen Phrasen erschlagen werden. Das betrifft zwar nicht alle KonsumentInnen, aber die entscheidenden. Und diese wiederum haben durch das Gewicht ihrer Aussage oft gewaltigen Einfluss.

Die Content-Marketing-Managerin ist die Verantwortliche für das Erstellen und die Produktion von Inhalten. Neben der Analyse von Verbraucherverhalten hält sie sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich von Kommunikation und Storytelling auf dem Laufenden. Der Content-Marketing-Manager ist somit der Herr über die Multichannel-Strategie und überwacht, was auf den Content-Management-Systemen des Unternehmens geschieht.

Das klingt für viele ganz einfach. Wer in Social Media aktiv ist, weiß, dass dem nicht so ist. Eine erfolgreiche Marketing-Strategie in heutiger Zeit braucht Inhalte. Eine Menge Inhalte. Von Blog-Texten über Bilder, Videos, Slider, Stories bis hin zu Tik-Tok-Späßchen. Und die ganze Menge soll nicht in anarchistischer Manier dem User übergekübelt werden, sondern gezielt verwoben werden – zu einer epischen Reise, an deren Ende im Idealfall der Kauf steht.

Und um dem vorher Gesagten ein bisschen zu widersprechen: Design ist wichtig. Aber Unbounce hat im Rahmen einer Analyse von mehreren Tausend Landingpages herausgefunden, dass Design wichtig ist, aber noch wichtiger ist der Text. Ergo: Der Inhalt bringt den Traffic. Und der Content-Marketing-Manager den Inhalt.

Eine gute Content-Marketing-Managerin passt also zu Ihrer Marke, zu Ihren Zielen und Ihren Werten. Darauf baut sie Inhalte auf, hört den Usern zu, beobachtet genau, wonach die Menschen da draußen suchen. Sie kreiert das Kundenerlebnis in ihrem digitalen Raum. Nora Xiu, Group Marketing Manager bei Microsoft, drückte das bei einer Gelegenheit einmal so aus: „Ich suche da immer nach Leuten, die sich in die Stimmungslage und Gedankenwelt unserer Follower und Kunden hineinversetzen können und daraus Inhalte erstellen, mit denen sich die User wahrgenommen und mit uns verbunden fühlen.“ Eine gute Content-Marketing-Managerin kann mit Inhalten sehr gut umgehen und wertet konsequent aus, was funktioniert und was nicht – und ändert bei Bedarf die Kampagnen entsprechend.

Schauen Sie sich um und bewerten Sie Ihr Team mit kritischem Auge. Dann findet sich sicher ein Punkt, an dem es vielleicht ein Verbesserungspotential gibt. Und da kann dann ein neuer Kopf den nötigen frischen Wind für einen Törn in Richtung Zukunft bringen.

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