Schauspielerin Marisa Tomei in neuer Kampagne für Allergan

07.11.2016 Kampagnen
2 Minuten Lesezeit
(c) allergan.com

Wird es demnächst einen Oscar für die beste Performance in einem Werbespot für Augentrockenheit geben? Denkbar wäre es. Nach Jennifer Anistons Engagement für den Arzneimittelhersteller Shire startete nun auch Allergan eine Kampagne mit berühmter Besetzung. Die Schauspielerin Marisa Tomei spricht für den Restasis-Hersteller über chronische Augentrockenheit.

Engagement für Augentrockenheit und Blindenhunde

Seit Juli 2016 ist Marisa Tomei Botschafterin für Allergan und hatte bereits zahlreiche Fernsehauftritte. In News-Magazinen und anderen Fernsehformaten spricht die Schauspielerin über ihre eigenen Erfahrungen mit der Krankheit. Jennifer Aniston ist seit August Shires Gesicht für mehr Aufmerksamkeit für Augentrockenheit. Es scheint, als gäbe es einen erneuten Trend zu Prominenten in der Pharmawerbung.

Neben dem Engagement für Allergan macht sich Marisa Tomei auch für die Organisation Guide Dogs for the Blind stark. Sie will für jede Person, die das Restasis-Quiz zur Augentrockenheit bis zum Jahresende beantwortet, 1 US Dollar für die Blindenhunde-Ausbildung spenden. Bis jetzt sind ihrem Aufruf mehr als 40.000 Menschen gefolgt.

Auch Allergans Kampagne zeigt sich bisher sehr erfolgreich. Seit ihrem Beginn konnten auf der Restasis-Webseite 50 Prozent mehr Besucher verzeichnet werden.

Mit Prominenten dem Marktführer auf den Fersen

Restasis ist der Marktführer im Bereich der verschreibungspflichtigen Arzneimittel zur Behandlung von Augentrockenheit. Wirkstoff des Medikaments ist Cyclosporin A, das in Restasis in 0,05%iger Lösung vorliegt. In den USA ist es seit 2003 auf dem Markt, in Deutschland seit 2015 unter dem Namen Ikervis zugelassen.

Seit Shire sein Produkt gegen Augentrockenheit, Xiidra, gelauncht hat, ist die Position des Marktführers unsicherer geworden. Shire hat derzeit zwei Kampagnen. Dies ist zum einen die Kampagne mit Jennifer Aniston zur Aufklärung über chronisch trockene Augen und zum anderen eine produktspezifische Kampagne für Xiidra, die im September begann.

Während sich die beiden Arzneimittel im Wettbewerb im Bereich trockener Augen befinden, haben sie eigentlich unterschiedliche Indikationen. Xiidra ist für die Behandlung von chronischen trockenen Augen zugelassen. Restasis ist hingegen für eine Erhöhung der Produktion der Tränenflüssigkeit indiziert.

Ein Bernstein-Analyst stellte kürzlich fest, dass Shire im Vorteil ist, da Xiidra die volle Zulassung für die Behandlung von Augentrockenheit besitzt. Andererseits hat Restasis einen sogenannten Amtszeitvorteil. Das Medikament ist bekannt, es bestehen Verträge, es gibt regelmäßige Abnehmer und einen festen Patientenpool.

Augentrockenheit braucht noch immer mehr Aufmerksamkeit

Herm Cukier, Senior Vice President for US eye care at Allergan, sagte in einem Interview, dass es selbst nach den vielen Jahren, die Restasis auf dem Markt ist, noch immer zu wenig Aufmerksamkeit für chronische Augentrockenheit gibt. Dies ist aus verschiedenen Gründen der Fall.

Chronische Augentrockenheit ist keine offensichtliche Krankheit. Ihre Symptome können oft auch mit anderen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden. Als erste Anzeichen für chronische Augentrockenheit gelten verschwommene Sicht, gerötete Augen, tränende Augen sowie ein brennendes, juckendes oder stechendes Gefühl in den Augen. Wer diese Symptome häufig wahrnimmt und zusätzlich das Gefühl hat, kleine Partikel wie Sand im Auge zu spüren, leidet vermutlich an chronisch trockenen Augen.

Ein moderner Lebensstil mit mehr Zeit vor Bildschirmen kann den Zustand der Augen deutlich verschlechtern. Je mehr Innovationen es im Bereich der Augentrockenheit gibt, desto mehr Optionen wird es auch für die Behandlung geben, so Cukier. Ziel ist es, möglichst für alle unterschiedlichen Arten der Augentrockenheit die geeignete Behandlung anbieten zu können.

Allergan arbeitet derzeit an einem Neurostimulator, der es Patienten ermöglicht, „ihre eigenen Tränen zu erschaffen“. Erste Studien mit mehr als 200 Erwachsenen zeigten positive Ergebnisse, die hoffen lassen. Mit dem auf den Markt kommen von neuen Behandlungsmethoden und Arzneimitteln wird es auch mehr Aufmerksamkeit für für die Krankheit geben, sagte Cukier weiter. Als Folge daraus kann man erwarten, dass sich Ärzte ebenfalls aktiver mit dem Thema auseinandersetzen, da sie für ihre Patienten mehr Behandlungsoptionen haben.

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