Snapchat für Operierte?

Ähnlich wie Snapchat soll die neue App, EASE (Electronic Access to Surgical Events), Bilder und Nachrichten transportieren können. Sie ist in den USA aber speziell für Angehörige und Freunde von Patienten entwickelt worden. Die können so während einer OP auf dem Laufenden bleiben und müssen sich weniger sorgen.

Eine App begleitet während der OP

Wenn jemand operiert wird, bedeutet das für diejenigen, die ihm oder ihr nahe stehen, oft einige Stunden der Ungeduld und Unruhe. Die Unsicherheit beginnt mit der Vorbereitung  zur OP und es herrscht, anders als sonst auch in Krankenhäusern üblich, Funkstille.

Erst wenn Operierte wieder wach sind und sich ausreichend erholt haben, können sie selbst eine Statusmeldung an andere abschicken.

Besonders dramatisch ist die Wartezeit für die Familien und Freunde von Kindern, die sich selbst gar nicht melden können. Für sie wurde die App ursprünglich entwickelt, damit Eltern und andere Besorgte durch regelmäßige Informationen beruhigt werden.

EASE soll einfach und sicher informieren

Um EASE zu nutzen müssen sich Operierte zunächst selbst anmelden (oder im Fall von Kindern die Eltern). Dazu wird die App kostenlos heruntergeladen und die Registrierung beginnt. Nachdem sie durchlaufen wurde, können Informationen von anderen aus der Kontaktliste als diejenigen ausgewählt werden, die über den Fortschritt informiert werden.

Dann wird auf das Smartphone zur Anmeldung ein QR-Code gesendet, der im Krankenhaus eingescannt und verwendet werden kann, um den Zugang zur EASE-Plattform zu bereiten. Dabei wird zur Identifikation auf das ID-Armband abgescannt.

Alle Updates des medizinischen Teams – Texts, Bilder, Videos – werden von unterschiedlichen Stationen aus an die registrierten Personen geschickt. Sie erhalten Informationen aus der OP-Vorbereitung, während der Behandlung von PACU, NICU und ICU erhalten. Die erhaltenen Nachrichten können nicht gespeichert werden und werden nach 60 Sekunden automatisch gelöscht.

Kommunikation soll verbessert werden

Das Ziel bei der Benutzung von EASE ist, die Familien von Operierten über den Verlauf einer OP zu informieren und damit die Kommunikation insgesamt zu verbessern. Patienten sind selbst beruhigter, wenn sie wissen, dass ihre Familien während der OP mitverfolgen können, wie es ihnen geht.

Außerdem betonen die Macher auch den Nutzen der App, um mehr Vertrauen für Angehörige aufbauen zu können. Durch die Bilder haben sie eher das Gefühl, verstehen und nachverfolgen zu können, was passiert.

App in Krisensituationen?

Die App wird auch mit Erfolgen in Krisensituationen beworben: Können Angehörige nicht ins Krankenhaus kommen – beispielsweise während eines Unwetters – werden sie trotzdem auf dem Laufenden gehalten.

Keine Erklärungen gibt es bisher dazu, wie der beruhigende Effekt der App wirkt, wenn eine OP nicht wie gewünscht verläuft oder Angehörige das Ausbleiben von Nachrichten interpretieren.

 

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