So erkennen Sie vertrauenswürdige Apps, Websites und Gesundheitstechnologien

Die Evaluation von medizinischen Apps und Angeboten ist nicht immer einfach – vor allem, wenn man kein Experte auf dem Gebiet ist. Es gibt aber Hinweise und Tricks, mit denen seriöse Anbieter von Scharlatanen und Betrügern unterschieden werden können.

Diese Zuordnung kann sehr wichtig sein: Immer wieder sind in der Vergangenheit Produkte und Informationen auf den Markt gekommen, die nicht einfach nur unnütz, sondern oft sogar schädlich waren. Deswegen sollten HCP erkennen lernen, wenn Angebote nicht vertrauenswürdig sind, um diese Tipps auch mit ihren Patienten teilen zu können.

Seriöse Online-Auftritte erkennen

Wer die Seriosität von Webseiten beurteilen will, hat es mittlerweile nicht immer leicht. Früher reichte es, die offensichtlichsten Rechtschreibfehler zu erkennen. Heute verzichten auch größere Unternehmen manchmal auf eine zweite Grammatikkontrolle, während Betrüger Zeit oder Geld in professionelle Übersetzungen investieren. Trotzdem sind ungelenke Formulierungen und anstrengende Texte immer noch ein Hinweis auf eine fehlende Marketingabteilung eines Ein-Mann-Hinterhof-Betriebs.

Weitere Check-Ups für Webseiten:

  • Ist der Autor eines Textes beziehungsweise der Webseite angegeben? Auch wenn in vielen Ländern keine Impressumspflicht gilt, sind seriöse Anbieter auch ansprech- und erreichbar.
  • Findet sich dieser Autor noch auf anderen Seiten oder existiert er oder sie vielleicht nur auf einem Stock-Foto?
  • Wie ist der Umgang der Seite mit eingereichten Informationen. Werden von Besuchern erstellte Inhalte einfach veröffentlicht oder kontrolliert?
  • Funktioniert die Kommentarfunktion unter Artikeln? Viele Fake-Anbieter produzieren Seiten mit gefälschten Kommentaren und erlauben natürlich keine weiteren Einträge.

Seriöse Apps erkennen

Bei Apps ist der Prozess oft noch schwieriger – wenn man eine Anwendung über eine Webseite installiert oder zugeschickt bekommt, ist der Hersteller meist schwer erkennbar. Trotzdem sollte sich der Verantwortliche immer herausfinden lassen – in den Informationen der App selbst oder auf einer zugehörigen Webseite.

Außerdem gilt als Checkliste:

  • Prüfen Sie das Unternehmen hinter der Seite – handelt es sich um einen seriösen Anbieter?
  • Taucht ein Verweis auf die App auch auf der Webseite auf oder hat sich hier ein Trittbrettfahrer einen großen Namen zunutze gemacht?
  • Lesen Sie mehr als die ersten paar Bewertungen von anderen Werfen Sie einen Blick auf Bewertungen in allen Rubriken. Vertrauen Sie niemals Bewertungen mit seltsamer Satzstruktur – die sind meist automatisch erstellt und übersetzt.

Ein wichtiger Ratgeber: Das Bauchgefühl

So banal es klingen mag: Das eigene Bauchgefühl ist oft ein guter Ratgeber. Vor allem, wenn es Misstrauen anmeldet. Bei Experten ist es schneller alarmiert als bei Laien, weil in unser „intuitives Wissen“ all unser tatsächliches Fachwissen und unsere Erfahrungen einfließen.

Zu gut, um wahr zu sein ist oft tatsächlich nicht wahr – Produkte, die unglaublich viel versprechen, können meist aussortiert werden.

Auch der gesunde Menschenverstand hilft: Jedes Produkt, das behauptet, keinerlei Nebenwirkungen zu haben, sollte die Alarmglocken klingeln lassen. Egal ob als Nebenwirkungen, unerwünschte Effekte oder unter anderem Namen bezeichnet: Was wirkt, kann Nebeneffekte haben. Wenn ein Produkt also als frei von solchen Nebeneffekten vermarktet wird, hat es entweder keine Wirkung oder die gesamte Produktbeschreibung wurde ohne viel Liebe zur Wahrheit verfasst.

 

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