So wichtig sind Wearables für den Fortschritt klinischer Studien

24.08.2016 Studien
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Das Finden geeigneter Patienten für klinische Studien stellt nach wie vor eine große Herausforderung dar. Neueste Technologien wie Wearables, können diesen Schritt erleichtern und so die Gesundheitsbranche nachhaltig verändern.

Bei klinischen Studien zählt jeder (weitere) Tag

Das Finden von Probanden und das Anmelden für klinische Studien stellen eine große Herausforderung für pharmazeutische Unternehmen dar. Allein diese Phase verbraucht etwa ein Drittel der Zeit, die für die gesamte Studie zur Verfügung steht und die meisten klinischen Studien müssen verlängert werden, weil es Schwierigkeiten gibt, genügend geeignete Patienten zu finden.

Laut einer Studie der US-amerikanischen Universität Tufts in Massachusetts* kann jeder verlängerte Tag ein Unternehmen bis zu 37.000 US-Dollar für den operativen Aufwand kosten und bis zu 1,1 Millionen US-Dollar verlorene Einnahmen bedeuten.

Eine mögliche Lösung bieten digitale Gesundheits-Devices wie Wearables, die das Anwerben von Probanden deutlich erleichtern können.

Teilnehmer wollen digitale Gesundheits-Devices

In einer Studie von Biogen, PatientsLikeMe und Fitbit wurde 2015 untersucht, ob Patienten es als hilfreich empfinden, ihre Aktivitäten mit Fitbits aufzuzeichnen. Die Probanden waren Multiple Sklerose-Patienten. Innerhalb von 24 Stunden nach Veröffentlichung der Studie hatten sich bereits 248 Patienten angemeldet. 77% von ihnen hatten sogar schon die Studie beantwortet und auch den nachfolgenden Fragebogen ausgefüllt.

„Der Prozess verlief bemerkenswert nahtlos und zeigte uns, dass es eine signifikante Menge an Patienten gibt, die ihre Mobilitätsdaten mit uns teilen wollen“

Jane Rhodes, Senior Director von New Initiatives, dem Innovationszentrum von Biogen.

Digitale Gesundheits-Devices erreichen Patienten ortsunabhängig

Ein weiterer Erfolg der mobilen Gesundheits-Devices ist die Asthma Gesundheits-App, die in New York von einem Team der Icahn School of Medicine at Mount Sinai auf Basis von Apples ResearchKit entwickelt wurde. Innerhalb von 6 Monaten wurde die App von 50.000 Personen heruntergeladen und mehr als 8.600 Patienten meldeten sich für die Studie an. All das ohne jemals direkten Kontakt mit den Forschern gehabt zu haben. Tatsächlich leben nur 13% der angemeldeten Probanden in der Nähe des Studienortes.

Kara Dennis wies auf die Beliebtheit der Struktur vom Apple ResearchKit hin: „Wir arbeiten mit einer großen Anzahl von Sponsoren zusammen, die sich darauf freuen, mit ResearchKit Probanden zu finden…Mobile Gesundheitstechnologie mit Wearables, Sensoren und Apps hilft dabei, die Zahl der Besuche am Studienort zu verringern und macht die Studienerfahrung für die Patienten einfacher und bequemer.“

Wearables liefern konstant Daten

Wenn Wearables in klinischen Studien genutzt werden, so liefern die Patienten automatisch und passiv 24 Stunden am Tag Daten über ihre Gesundheit. Dies unterstützt nicht nur die Genauigkeit der Studie, sondern optimiert auch die Verwendung von Echtzeitdaten, die in Zusammenhang mit den täglichen Aktivitäten der Patienten gesammelt werden.

Die Methode des passiven Datensammelns wirkt sich wiederum auf das Dabeibleiben bei der Studie aus und liefert hochqualitative Daten, mehr Einblick in individuelle und allgemeine Trends sowie Informationen, die mit den verordneten Therapien zusammenhängen. Proteus Digital Health ist zum Beispiel eine der Firmen, die ihren Fokus auf dem Gebiet der Patienten Compliance hat.

Wearables mit Biosensoren: Effizienz klinischer Studien maximieren

Die in nächster Zeit auf den Markt kommenden Wearables werden noch mehr Daten sammeln können als derzeitige Modelle. Durch eine Ausstattung mit neuesten Biosensoren sollen sie jede Art von Daten aufnehmen können, die sich ein Forscher nur vorstellen kann. Beispiele wären eine dauerhafte Pulsmessung oder auch Daten aus dem Schlaf, beides wichtige Quellen für verschiedenste Forschungsthemen.

Je mehr Wearables in klinischen Studien Anwendung finden, desto mehr können Kosten eingespart und die Effizienz der Studien maximiert werden. In der Folge könnte dies die Art, wie Pharmaunternehmen klinische Studien für optimale Ergebnisse durchführen, revolutionieren.

*Quelle: Tufts Center for the Study of Drug Development Impact Report. September/October 2006.

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