Social Media für Pharma-CEOs als Aushängeschild

03.04.2019 Trends
2 Minuten Lesezeit

Lange haben sich CEOs der Pharmabranche aus den Sozialen Medien rausgehalten. Diese Zeit sollte jetzt vorbei sein: 2019 müssen CEOs in vielen Bereichen zu öffentlicheren oder zumindest öffentlich aktiveren Figuren werden.

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Denn die steigende Bedeutung von sozialen Medien bedeutet, dass Unternehmen hier wie Menschen funktionieren müssen. Der reine Businessauftritt in einem sozialen Netzwerk macht nur die Hälfte der Präsenz aus. Wesentlich ist auch die Persönlichkeit der echten Menschen, die hinter den Unternehmen stehen.

Das gilt für Pharma wie überall sonst: CEOs sind nicht mehr nur formal das Gesicht eines Unternehmens, sondern müssen offiziell dazu stehen, diese Person, dieses Gesicht zu sein.

Social Media CEOs genießen mehr Vertrauen

Verschiedene Studien zeigen: CEOs, die selbst in Social Media aktiv sind, genießen mehr Vertrauen, als ihre verborgenen „Kollegen“. 71 % der befragten Amerikaner in einer Studie finden CEOs, die auf Social Media unterwegs sind, vertrauenswürdiger. Und es gibt noch mehr Zahlen zum Thema CEOs auf Social Media: 78 % der Befragten würden lieber für ein Unternehmen arbeiten, dessen Führungsetage auf Social Media aktiv ist. Gleichzeitig geben aktuell nur 20 % der CEOs an, dass sie einen Social Media Account haben.

Man könnte nun annehmen, dass die Zahlen vielleicht nicht das Richtige messen: Wenn ich für ein Unternehmen arbeite, deren Führungsetage in sozialen Medien aktiv ist, dann erwarte ich vielleicht, dass dieses Unternehmen klein ist. In vielen kleinen oder mittelgroßen Unternehmen kümmert sich die Führungsetage selbst viel um Marketing. Also bildet die Frage eher ab, ob Menschen lieber für große oder kleine Unternehmen arbeiten würden?

Tatsächlich wünschen die Befragten aber noch mehr von CEOs auf Social Media. 64 % der Befragten erwarten von CEOs, Veränderungen vorzunehmen, bevor die Regierung dazu Regeln einführt. Und 56 % haben keinen Respekt für CEOs, die sich zu wichtigen gesellschaftlichen Themen nicht äußern.

CEOs, die auf Social Media aktiv sind, haben wesentlich bessere Möglichkeiten, an Diskussionen zu diesen Themen teilzunehmen, sich öffentlich zu äußern oder schlicht die Ansicht eines Unternehmens durchscheinen zu lassen.

Abwägen: Wie öffentlich soll Ihre Persönlichkeit sein?

CEOs haben natürlich selbst die Wahl, wie öffentlich sie sein möchten. Nicht jeder findet den Umgang mit Social Media intuitiv oder ist motiviert, sich einzuarbeiten. Und halbherzig gepflegte Accounts können sogar schädlich sein. Außerdem ist es schlicht nicht jedermanns Sache, im Rampenlicht zu stehen.

Die Vorteile sind allerdings vielfältig. Neben den genannten Zahlen können CEOs über Social Media vor allem Botschaften vermitteln, die über keinen anderen Kanal transportiert werden können.

Offensichtlich können CEOs auf Social Media Unternehmen ein menschlicheres Gesicht geben: Ein CEO, der seine Hobbys präsentiert oder von privaten Familienfeiern berichtet, macht das in besonders persönlicher Form. Aber auch ohne zu private Einblicke kann der gleiche Effekt erzielt werden: CEOs können ihre persönliche Perspektive auf das Unternehmen zeigen und Einblicke darin geben, was Führung, Entscheidung und Leitung in ihrem Unternehmen bedeutet.

Auch spezifische Events – Firmenfeiern oder auch öffentlichkeitswirksame Spendenläufe – können eine „humanere“ Seite von CEOs zeigen. Ihren persönlichen, vielleicht schmunzelnden oder humorvollen Blick beim Firmengrillen, eine Jahresendfeier oder auch ein Präsentationsevent kann für andere in der Branche spannend sein.

Kanal passend zur Nachricht

Nicht jeder Kanal passt zu jeder Nachricht – auf Twitter ist ein anderes Format üblich, als auf LinkedIn. Also steht in den meisten Fällen die Überlegung, welche neue Nachricht Sie verbreiten wollen, vor der Wahl des Kanals – und dem Coaching des CEOs.

Das Marketingteam kann in Zusammenarbeit mit den entsprechenden „öffentlichkeitswirksamen“ Personen eine Strategie ausarbeiten. Wenn die Strategie zum Kanal und das Ziel zur Person passt, gewöhnen sich auch die meisten Nicht-Experten schnell an die Anforderungen von Social Media.

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