How to: Social Media Marketing in der Pharmabranche

22.02.2017 How-To
3 Minuten Lesezeit
(c) Rawpixel.com/Shutterstock

Soziale Netzwerke sind einer der neusten und aktuellsten Kanäle für Marketing – aber Social Media Marketing in der Pharmabranche muss sozusagen den Weg noch finden. Denn diese Form des Marketings basiert auf dem Dialog mit Geschäftspartnern, Klienten und Kunden und unterscheidet sich dadurch von vielen anderen Varianten.

Wie Social Media Marketing funktioniert

Social Media Marketing wirkt über die diversen sozialen Netzwerke: Facebook, Twitter, Snapchat, Pinterest und Co. Jede dieser Plattformen bietet unterschiedliche Möglichkeiten der Interaktion. Es gibt jedoch bestimmte Arten von Posts, die auf allen großen Plattformen gut funktionieren, um mit Kunden in den Dialog zu treten.

  • Statusposts sind sehr einfache und kurze Beiträge zum Beispiel bei Facebook oder Twitter. Viele Unternehmen verkünden hier aktuelle Angebote oder liefern ihren Geschäftskunden Informationen über aktuelle Neuigkeiten. Leser kommentieren die Posts unter den jeweiligen Beiträgen. Hier kann ein Dialog über die Mitteilung entstehen. Vor allem bei Facebook ging die klassische Interaktion – also das Teilen und Kommentieren von Beiträgen – im letzten Jahr stark zurück. Das ist ein Phänomen, dem Unternehmen, die auf Facebook aktiv sind, vermehrt entgegenwirken müssen.
  • Umfragen und Aufrufe sind eine Möglichkeit, mit den Lesern direkt in Kontakt zu treten und sie dazu zu animieren, sich am Gespräch zu beteiligen. Die Umfragen können sich auf Produkte oder Aktionen des Unternehmens beziehen oder zum Beispiel allgemein aktuelle Themen aufgreifen. Wie viele unserer Klienten sind von Reform X betroffen? Auch hier sollten die Fragen nicht nur Marktforschungszwecken dienen, sondern einen Dialog anstoßen.
  • Videos sind bereits jetzt die beliebteste Beitragsform in Sozialen Netzwerken und werden auch in Zukunft noch stärker an Bedeutung gewinnen (Stichwort: Algorithmus!). In diese Art Content zu investieren, ist also auf jeden Fall sinnvoll. Videos mögen in der Produktion aufwendiger und teurer sein als ein einfacher Bildpost – sie haben aber auch eine viel größere Reichweite.

Was Sie beachten müssen

Bisher wird Social Media-Marketing in der Pharma-Branche erst zögerlich genutzt – mit gutem Grund. Viele rechtliche Einschränkungen für das Vermarkten von Gesundheitsprodukten bedeuten auch, dass Sie auf Social Media Plattformen vorsichtig sein müssen.

Trotzdem sollten die Informationen interessant sein und einen Mehrwert haben. Wenn der Facebookaccount eines Unternehmens so aussieht, wie der einer x-beliebigen Privatperson, wird er vermutlich verkümmern. Mit Privatleuten ist man auf Facebook befreundet, weil man sie persönlich kennt. Die meisten Marken haben kein so enges Verhältnis zu ihren Kunden.

Deswegen müssen die Posts inhaltlich überzeugen. Wichtige Faktoren, damit Social-Media Posts einen Mehrwert haben sind:

  • Aktualität Genau wie bei anderen Werbeformen gilt auch hier: aktuell oder zeitlos!
  • Zielgruppe beachten Sie können zwar auf den meisten Plattformen nicht einstellen, welche Teilgruppen Ihrer Follower die Beiträge sehen sollen, aber sie können sich über ihre Follower informieren. Auf Twitter ist eine andere Teilgruppe unterwegs, als bei Snapchat.
  • Markentreue Die Posts sollten erkennbar zur Marke gehören. Ein fester Tonfall gehört genauso dazu wie themenbezogene Posts.
  • Seriösität Es darf unterhaltsam sein, aber in erster Linie betreiben Sie wahrscheinlich keine Witzsseite. Bei Gesundheitsthemen setzen Kunden auf Vertrauenswürdigkeit, Ärzte auf Informationen.

Die Vorteile von Social Media-Marketing in der Pharmabranche

Social Media-Marketing bietet sich sowohl für Ärzte und andere Experten an, als auch gegenüber Kunden und Endverbrauchern.

  • Reichweite Social Media hat eine enorme Reichweite. Ein guter Post kann sich über ihre eigenen Follower hinaus weit verbreiten.
  • Niedrige Kosten Ein Account auf den meisten Social Media Seiten ist auch für Unternehmen kostenlos.
  • Tägliche Begleiter Wenn Sie jemanden mal als Fan/Follower gewonnen haben, dann bekommt er tägliche Mitteilungen von Ihnen. Selbst wenn er die nur überfliegt – Sie sind immer im Bewusstsein.

Die Nachteile von Social Media-Marketing in der Pharmabranche

Social-Media-Marketing hat auch Nachteile.

  • Zielgruppen erreichen Wie erwähnt ist es nicht leicht, Posts zu verschicken, die nur eine bestimmte Zielgruppe erreichen. Das gilt jedoch nur für normale Postings. Bei bezahlten Posts (vor allem auf Facebook und Twitter) sieht die Sache anders aus. Hier kann die Zielgruppe detailgenau angegeben und wirklich nur jene Leute angesprochen werden, die für das Unternehmen interessant sind.
  • Aufwändige Betreuung Ein Social-Media-Account darf nicht verwahrlosen. Unbeantwortete Fragen oder schlechtes Feedback, das unkommentiert im Raum steht, sind viel schlechter, als wenn es gar keine Plattform für diese negativen Texte gäbe.
  • Schwer kontrollierbar Ein Facebook Account kann schnell zum Magneten für Leute werden, die schlechte Kommentare loswerden und Dampf ablassen wollen. Das bekommt man nicht immer leicht unter Kontrolle und anders als bei einer Webseite hat auch ein unternehmerischer Nutzer nicht die volle Kontrolle über den Account.

Fazit

Wer sich für den Einsatz von Social Media entscheidet, muss auch einkalkulieren, dass diverse Accounts betreut werden müssen. Schlimmer als gar kein Account ist ein Account, der nicht regelmäßig betreut wird. Gutes Social Media Marketing kann einer Marke Präsenz verschaffen und ist ein tolles Tool, um die Botschaft des Unternehmens nach außen zu tragen.

Wer auf dem Gebiet unsicher ist oder nicht genügend Ressourcen im Unternehmen hat, sollte hier auf eine externe Agentur setzen.

 


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