Sollten Sie eine .health-Domain kaufen?

07.08.2017 Marketing
3 Minuten Lesezeit

Es gibt eine sehr große Zahl von möglichen Webseiten-Namen mit einer .com- oder .at-Endung. Klassisch orientierte sich diese Endung an dem Land, in dem eine Webseite registriert wurde.

Mittlerweile gibt es dabei viel mehr Freiheit und es ist kein Problem für ein österreichisches Unternehmen, eine .com-Webseite zu starten. Einige Branchen haben schon früh angefangen, mit diesen Endungen zu variieren: Der Inselstaat Tuvalu im Pazifik verfügt über die Endung .tv und war damit beliebte Alternative für einige Fernsehsender.

Jetzt kommen schrittweise neue, nicht lokal-gebundene Top-Level-Domains hinzu: Neben .radio, .dog und .vodka werden auch Health-bezogene Domain-Endungen eingeführt. Allen voran .health – aber auch .doctor, .pharma oder .clinic.

Wozu eine .health-Domain eingeführt wird

In der Einführungsphase der neuen Endungen für Webseiten werden zunächst nur als Gesundheitsunternehmen registrierte Unternehmen eine Webseite mit .health-Endung registrieren können, die mit ihrem Namen verbunden ist. Dann wird der Markt schrittweise aber sehr schnell auch für andere Interessierte geöffnet.

Die Idee hinter den neuen Domainendungen ist einerseits, Webseiten schon früh als zugehörig zu einer bestimmten Branche erkennbar zu machen. Ein Link macht so noch erkennbarer, wo er hinführen könnte. Eine weitere Überlegung ist, dass sich der Namensraum für bestimmte Endungen immer weiter füllt: Gesundheit.de kann nur ein Unternehmen belegen, obwohl es sehr viel Gesundheitsunternehmen gibt. Die .health-Endung bedeutet, dass hunderte von Unternehmen eine Webseite registrieren können, die klar auf die Gesundheitsbranche verweist.

Die Vorteile einer .health-Domain für Ihr Unternehmen

Eine Hoffnung für die Endungen ist, dass sie Unternehmenswebseiten stärker in Kategorien sortieren. Merck beispielsweise hat Merck.de  genauso wie Merck.com reserviert. Ein Vorteil: durch die Seitenendung zeigt ein Besucher direkt an, welche Landesversion er sehen möchte. Merck.health könnte auf Merck.com weiterleiten oder direkt die Unterseite, die sich tatsächlich nur mit Healthcare beschäftigt. Hier fehlt dann die Sprach- oder Länderinformation durch die Adresse und diese Daten werden nur noch vom Browser übertragen.

Langfristig könnten Internetnutzer sich an die neuen Endungen gewöhnen und dadurch mehr über eine Webseite erfahren. Bisher ignorieren Suchmaschinen die Endungen, aber wenn tatsächlich einmal viele Seiten sich nicht mehr nach Lokalität sondern Thema im Internet einordnen, könnten die Endungen relevant für die Suchmaschinenrankings werden.

Die Nachteile der neuen .health-Domainendungen

Ein wichtiger Aspekt der neuen Endungen ist, dass sie nicht langfristig reguliert sind. Auch wenn Gesundheitsunternehmen sich als erste für Adressen im neuen Domain-Bereich bewerben dürfen, haben sie kein exklusives Recht auf die Endung. In einigen Monaten wird jede Privatperson und jedes Unternehmen sich Webseiten mit der Endung .doctor, .pharma oder .health registrieren können. Darunter sicher auch einige Hundert, die nicht seriös sein werden.

Heute ist das Vertrauen in diese alternativen Endungen noch nicht sehr groß. Das „www.“ zu Beginn einer Adresse nennt kaum noch jemand zusätzlich, aber die jeweilige Landesendung oder ein „.com“ erwarten die meisten. Die jüngere Generation warnt ihre Eltern davor, niemals Links zu öffnen, die auf „.ru“ enden.

Ein weiterer Nachteil ist die Länge der neuen Adress-Endungen: Im englischsprachigen Raum können sich vielleicht kürzere Adressen ergeben (www.better.health anstelle von www.better-health.com), aber nur in wenigen Fällen ergeben diese Abkürzungen auch Sinn.

Wie Ihr Unternehmen mit den .health-Endungen umgehen sollte

Die potenziellen Vorteile der .health-Endungen sind noch nicht sehr überzeugend. Vielleicht – aber das ist schwer vorherzusehen – werden die Endungen in Zukunft wichtig und Nutzer werden vermehrt versuchen, direkt Merck.health zu besuchen, statt Merck.com zu versuchen. Wichtiger ist allerdings, dass die Domains in der Zwischenzeit von Händlern aufgekauft werden, die ihr Geld damit verdienen, die reservierten Domains später überteuert an die echte Firma zu verkaufen – oder für Fehlinformationen über das Unternehmen.

Je größer Ihr Unternehmen ist, desto weiter sollten Sie die Präventivmaßnahmen streuen. Ein lokaler Anbieter muss sicher nicht um internationale Konkurrenz um die .health-Seite fürchten. Große Unternehmen sollten sich aber absichern und zumindest .health, .pharma oder ähnliche relevante Endungen regelmäßig prüfen und reservieren.

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