Studie der Universität Michigan: Gesundheitsdaten mit Apple Watch

27.03.2019 Studien
2 Minuten Lesezeit

Die Universität Michigan arbeitet mit Apple an einer neuen Studie zusammen, bei der 1.000 Menschen bereits Teilnehmer geworden sind. Diese Menschen arbeiten an der Uni Michigan und nehmen am Gesundheitsprogramm teil, das sie anbietet. Ziel der Studie ist herauszufinden, ob die Daten, die die Apple Watch sammelt, mit anderen Gesundheitsinformationen kombiniert Ärzten noch mehr über die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Gesundheitsrisiken der Patienten verraten können.

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Dr. Marschall Runge, der Vizepräsident der Universität für medizinische Angelegenheiten und Dekan der UM Medical School, äußerte sich positiv zu der Studie: „Es handelt sich um eine einzigartige Gelegenheit mit Patienten zusammenzuarbeiten, um Einsichten über ihre tägliche und allgemeine Gesundheit zu gewinnen. Dabei wird eine Menge an Daten zusammengestellt, die für Forschung eingesetzt werden kann, die für jeden Nutzen bringt und die Gesundheitsversorgung weiter bringt.

Apple Watch-Studie auf 3 Jahre angelegt

Die Studie, die auf drei Jahre angelegt ist, läuft unter dem Namen MIPACT (Michigan Predictive Activity and Clinical Trajectories) und ist bereits im letzten September gestartet. Das Ziel ist, tausende weitere Patienten über das medizinische Zentrum der Universität zu gewinnen. Sie werden von ihren Ärzten dazu befragt und eingesetzt.

Am Projekt sind zurzeit 40 Forscher und Mitarbeiter der UM beteiligt. Dabei handelt es sich nicht nur um Ärzte, sondern auch Mitarbeiter in den Bereichen der klinischen Forschung, der Softwareentwicklung, Projektmanagement, Patientengewinnung und -betreuung. Über die Zahl der Mitarbeiter von Apple ist nichts bekannt.

Patienten werden durch Apple Watch motiviert

Die Teilnehmer der Studie erhalten eine Series 4 Apple Watch und geben dafür ihre Gesundheitsdaten preis. Die Uhr beobachtet ihren Blutdruck und die Patienten müssen dazu zweimal am Tag Atemübungen durchführen.

Außerdem stellen Patienten zu Beginn der Untersuchungen eine Probe ihres Blutes zur Verfügung, damit dieses einer Routineuntersuchung unterzogen werden kann. Außerdem müssen sie während der Studie immer wieder eine Reihe von Fragen beantworten, die ihnen direkt auf ihr iPhone zugesendet werden.

Da keine Behandlung vorgenommen wird, gibt es auch keine Kontrollgruppen.

Ziel: Zusammenhänge besser verstehen

In der Studie soll nachvollzogen werden, ob Bio-Monitore helfen können, bessere Behandlungen zu liefern. Die Patienten nutzen die Apple Watch als Blutdruckmessgerät. So können die Forscher die alltägliche Gesundheit der Patienten besser verstehen – und wie aktiv sie jeweils sind.

Bis jetzt ist noch nicht klar, ob die Gesundheitsdaten, die so gewonnen werden, beispielsweise genutzt werden können, um die Entwicklung einer chronischen Krankheit vorherzusagen. Das ist eine der Fragen, die die Studie klären möchte.

Außerdem lernen während der Studie sowohl Ärzte als auch Patienten, wie sie die täglich gemessenen Daten interpretieren können. Dabei kann das Ziel der beobachtenden Studie noch nicht sein, echte Handlungsanweisungen zu geben. Es geht zunächst nur darum, Daten zu sammeln, die später für die Entwicklung solcher Strategien genutzt werden können.

Apple steigert weiter seinen Einfluss im Gesundheitssystem

Der Einfluss von Apple auf die Healthcarebranche steigt immer weiter: Die Geräte des Unternehmens werden zu einem de-facto-Standard in vielen Untersuchungen, weil iPhones weit verbreitet sind. Bedenkt man einen Preis von über 1.000 Euro für ein solches Gerät, bedeutet das aber auch, dass die Studien auf eine neue Art nur Daten von einem sehr eingeschränkten Personenkreis sammeln.

HCPs müssen aufpassen, dass sie alte Daten – bei denen eine Vorauswahl der Studienteilnehmer die Ergebnisse beispielsweise auf Männer, Studenten, Menschen in finanzieller Schieflage, auf sonst nicht erkrankte Patienten, etc. beschränkt hat – nicht durch neue Daten ersetzt werden, die stark nach Einkommen filtern.

Auch die Studie in Michigan fokussiert sich dank der Vorauswahl auf Teilnehmer, die an einer Universität arbeiten, ein iPhone besitzen und über das System der Universität versichert sind.

 

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