Studie: Innovations Challenges als beliebtes Instrument für neue Ideen von außen

22.10.2018 Studien
2 Minuten Lesezeit
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Die Pharmabranche bedient sich in einigen Bereichen gern neuer Mittel und Möglichkeiten. Eine sehr aktuelle Studie zeigt, dass Innovations Challenges, ein besonders beliebtes Mittel sind.

Innovations Challenges in Pharma

Die Idee hinter Innovations Challenges ist recht einfach: Große Pharmaunternehmen mit Geld und Erfahrung in der Branche rufen zum Wettbewerb auf. Start-Ups und manchmal auch Individuen können sich mit ihren Ideen bewerben und gewinnen Jobs, Förderung oder den Kauf ihres Unternehmens.

Ein aktuelles Beispiel bietet Novo Nordisk mit einer aktuellen Innovations Challenge zu Tech-Ideen für Diabetes. Die Gewinner erhalten nicht nur 25 000 $, sondern auch die Möglichkeit, selbst an ihrer eigenen Idee und Entwicklung mitzuarbeiten.

Woher kommt die Erfolgswelle?

Eine aktuelle Studie von Luminary Labs untersucht, wieso Innovations Challenges so beliebt bei Pharmaunternehmen sind. An jeder Ecke scheinen neue Challenges zu entstehen und Preise ausgelobt zu werden.

Was treibt die Unternehmen an und wie gehen sie bei ihren Challenges vor?

Die Studie konnte zeigen, dass offene Innovationen eine neue Praxis in unterschiedlichen Branche ist. Das erinnert an digitale Gruppen in Unternehmen vor 20 Jahren. Heute werden die Challenges aus einer ganzen Reihe von Gründen gestartet – bei einigen Unternehmen geht es um neue Ideen und Konzepte, bei anderen um das Identifizieren von neuen Partnern und Investitionsmöglichkeiten. Ein Antrieb ist auch das Image der Unternehmen: Sie möchten sich als Innovationstreiber positionieren.

Und die Motive verteilen sich nicht nur über die Unternehmen. 71 % der befragten Unternehmen gaben an, mehr als vier Gründe für die Challenge zu haben.

Pharma als besondere Branche für Challenges

In den Bereichen Healthcare und Pharma haben viele Unternehmen nicht nur interne, sondern auch externe Challenges laufen. Das ist, so Sara Holoubek, CEO von Luminary Labs, eine besondere Eigenschaft dieser Branchen. Das hängt vermutlich mit der Situation der Branche zusammen, die auf der Suche nach neuen Innovationen ist. Zu den Beispielunternehmen der Studie zählen Johnson & Johnson, Astellas und Merck.

77 % der befragten Unternehmen arbeiten daran, rund um Innovationsprogramme Kompetenzen aufzubauen. Am häufigsten geht es ihnen dabei darum, neue Konzepte anzuregen (68 %), das Unternehmen innovativ wirken zu lassen (64 %) und neue Lösungen zu entwickeln (ebenfalls 64 %).

Eine Möglichkeit zur Interaktion

Die Challenges werden bekannter und breiten sich in der Pharmabranche weiter aus. Das ist eine hervorragende Gelegenheit für Unternehmen und Startups, sich kennenzulernen und auszutauschen. Bei der Präsentation von Ideen können auch die „kleinen Spieler“ auf dem Feld voneinander lernen.

Große Unternehmen können direkt auch besonders talentierte Partner identifizieren und öffentlich machen, woran sie am meisten interessiert sind. Damit schärfen Unternehmen ihren eigenen Fokus neben Innovationen in diesem Bereich, die oft ungesehen und intern organisiert werden. Dadurch lässt sich auch der Öffentlichkeit ein klareres Profil präsentieren.

Open Innovation nicht nur aus Marketinggründen einsetzen

Holoubek warnt Unternehmen davor, die Innovationschallenges nur aus Marketinggründen zu starten. Wenn kein echtes Interesse seitens des Unternehmens besteht, den Bereich weiter zu entwickeln, hat auch die Challenge wenig Chance, substanzielle Ergebnisse zu liefern.

Stattdessen sollte der Fokus darauf liegen, sich für neue Möglichkeiten zu öffnen, bestehende Probleme zu lösen. So können auch große Unternehmen ihre Perspektive wechseln und beweglicher werden.

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