Symptom Checker: Kostenloses Tool für Patienten in Australien

28.03.2018 Kampagnen
2 Minuten Lesezeit

Immer mehr Menschen nutzen als erste Anlaufquelle bei jedem Lebensproblem Google beziehungsweise das Internet im Allgemeinen. Gerade bei Gesundheitsthemen ist die Suchmaschine aber nicht immer der beste Ratgeber – die Ergebnisse der Suche sind verzerrt.

Bei Gesundheitsthemen ist eine häufige Fehlerquelle, dass sich vor allem andere Patienten mit negativen Erfahrungen zu Wort melden – wer Positives erlebt hat, muss es sich nicht von der Seele schreiben.

So bietet das Internet vor allem dramatisierte Informationen. Fast schon sprichwörtlich ist mittlerweile der Kommentar, man habe seine Symptome gegoogelt und mindestens Krebs. Die meisten Menschen wissen, dass dieses Ergebnis übertrieben ist, aber haben keine gute Möglichkeit, die übrigen Antworten des Suchalgorithmus einzuordnen. Muss man mit einem bestimmten Symptom zum Arzt oder kann man erst mal abwarten, ob die Krankheit von selbst verschwindet oder sich mit Hausmitteln behandeln lässt?

Symptom Checker hilft in Australien

In Australien haben Patienten jetzt die Möglichkeit, ihre Symptome online zu checken. Dazu führt sie ein Online-Tool namens Health-Checker anhand einiger Fragen bis zu einem Rat: Arztbesuch oder kein Arztbesuch?

Die Fragen sind einfach gehalten und führen zu einem klaren Ergebnis. Beispielsweise klickt man sich schrittweise durch eine Beschreibung der Symptome von Kopfschmerzen und wird zu einer Empfehlung geführt.

Der Gesundheits-Checker soll dabei unnötige Arztbesuche und vor allem auch unnötige Sorge verhindern. Er liefert manchmal konkrete Antworten zur Krankheit, die der Patient beschrieben hat, und manchmal „nur“ die Empfehlung, mit einem Arzt über die Symptome zu sprechen.

Dabei bekommt der Patient nicht nur einen Hinweis, an welchen Arzt er sich wenden sollte, sondern auch eine Empfehlung, welche Fakten zur Krankheit besonders wichtig zu erwähnen sind.

Online-Angebot für Patienten

Der Berater für Patienten bietet neben dem Weg zum Arzt oder zur Selbst-Behandlung auch Tipps, um im Zweifel die Wartezeit bis zum Besuch beim Arzt zu überbrücken. Beispielsweise Hinweise auf Selbsthilfegruppen, Ansprechpartner oder zentrale Anlaufstellen.

Außerdem gibt es einige erste Informationen zu einer Erkrankung und der Einordnung von Risiken – wichtige Hinweise, die Patienten einerseits beruhigen können und andererseits dazu motivieren, tatsächlich früh einen Arzt aufzusuchen.

Erste Erfahrungsberichte zeigen, dass Patienten von den Funktionen positiv überrascht sind: Sowohl, wenn der Berater vorschlägt einen Arzt zu besuchen (und Recht behält), als auch, wenn jemand beruhigt die Behandlung zuhause übernehmen kann.

Erster guter Ansatz zur Vorab-Beratung

Dieser Ansatz zeigt, dass es möglich ist, Patienten auch „von offizieller Seite“ aus online abzuholen. Sie finden im Symptom-Berater genau die Tipps, die ihnen tatsächlich helfen – auf eine Art, die auch für Laien verständlich ist.

Das ist für Patienten ein großer Vorteil: Sie haben ein wirklich niederschwelliges Angebot. Sie können sich zeitnah informieren und müssen nicht zu einem Arzt gehen. Und sie können sich informieren, auch wenn Symptome ihnen vielleicht eher unangenehm sind. Alleine zu sehen, dass die Diagnose im Berater vorkommt, kann schon beruhigend wirken – immerhin handelt es sich dann um etwas Bekanntes.

Auch für Ärzte ist die „Vorarbeit“ sehr praktisch. Auch wenn es immer gut ist, wenn ein Patient nichts Ernsthaftes hat – die Zeit für die Beratung geht trotzdem von der Zeit ab, die für andere Patienten zur Verfügung stehen könnte. Aus dieser Perspektive ist es also auch für Ärzte und das Gesundheitssystem gut, wenn die „automatische“ Beratung an der richtigen Stelle Zeit spart.

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