Telehealth – Trend über 2021 hinaus

17.06.2021 Trends
2 Minuten Lesezeit

Es war deutlich feststellbar, dass die COVID-19-Pandemie die Einführung und Weiterentwicklung der Telehealth-Services beschleunigt und gefestigt hat. Dieser Trend war zuvor schon in den Startlöchern und wird mit größter Wahrscheinlichkeit noch weiter ausgebaut werden. Virtuelle Arztbesuche waren in der Pandemiesituation eine Selbstverständlichkeit, damit sich Patienten nicht unnötig einer Infektionsgefahr aussetzen. Auch ohne solche Risiken ist diese Art des Termins von zuhause aus besonders einfach und komfortabel.

Jedoch gibt es im Bereich Telehealth noch viel zu tun, um bestehende Hindernisse abzubauen. Kritische Fragen zur Barrierefreiheit, Sicherheit und Effizienz sind berechtigt und sollten zeitnah angegangen werden. Welche Veränderungen sind also für Patienten und medizinische Dienstleister noch zu erwarten?

Wachstum mit bleibenden Hürden

Telehealth erleichtert es Patienten, den eigenen Gesundheitsstatus langfristig und detailliert zu beobachten und tiefgreifend zu verstehen. Für Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes bieten Technologien wie Wearables, die in eine regelmäßige Routine aus Checkups und Feedback eingebunden werden, eine einfache Selbstkontrolle und Rücksprache mit ihrem Arzt. Apps können bei der Therapie helfen, Routinen zu entwickeln und eine konstante Motivation fördern. Auch zwischen Terminen kann der behandelnde Arzt über ungewöhnliche Vorfälle informiert werden oder die Entwicklung seiner Patienten überprüfen.

Dennoch bestehen Bedenken über Barrieren dieser Technologien. Allem voran besitzen heutzutage zwar viele, aber nicht alle Patienten ein Smartphone und beherrschen den Umgang mit neuesten Technologien. Gerade Älteren ist diese Anwendung durch mangelndes Wissen nicht möglich. Weitere Faktoren sind noch nicht endgültig geklärt, zum Beispiel die Qualität der Telehealth-Behandlung und ihre finanzielle Machbarkeit.

Privatsphäre und Freiwilligkeit

Zu den höchsten Prioritäten einer fortschrittlichen Telehealth gehört der Schutz der Privatsphäre. Die schnelle Einführung der Technologien während der Pandemiesituation gelang auch mithilfe rechtlicher Lockerungen. Zustimmung der Patienten erfolgte häufig ohne detaillierte Information über die datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Sicherheitsaspekte, die durch den Zeitdruck aus dem Blick geraten sind, sollten nun, da die Neuorganisation langsam etabliert ist, verstärkt wieder fokussiert werden. Patienten sollten wieder bessere Kontrolle über ihre Privatsphäre erlangen und sich mit den neuen Technologien auch sicher fühlen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sind bessere Methoden zur Verschlüsselung, sodass die Telehealth-Dienstleistungen optimal genutzt werden können. Eine gute Nachricht: Immer mehr Ärzte sind bereits durch ihre Ausbildung mit den digitalen Technologien vertraut und engagiert, die Optimierung der Telehealth voranzutreiben.

Schlüssel Zusammenarbeit

In der Vergangenheit wurden die Ärzte bei der Entwicklung der Telehealth zu oft außen vor gelassen. Bei kommenden Veränderungen müssen die Anwender von den Investoren mit einbezogen werden. Ärzte können durch ihre Expertise am besten einschätzen, welche Lösungen den Patienten den größten Nutzen bringen und welche im Alltag praktikabel sind.

Schwerpunkt Mentale Gesundheit

Bekanntlich haben die Einschränkungen und das „Social distancing“ aufgrund von COVID-19 vielen Menschen psychisch schwer zu schaffen gemacht. Der Bedarf an psychologischer Unterstützung hat während der Krisenmonate stark zugenommen und Personen mit bestehenden psychischen Erkrankungen schwer belastet. Apps zur Unterstützung der mentalen Gesundheit erlebten einen Boom. Auch diese chronisch Kranken können von einer verbesserten Implementierung der Telemedizin stark profitieren. Diese verstärkte Aufmerksamkeit kann nun in eine Weiterentwicklung der Telehealth gelenkt werden. Der Erfolg der Umstrukturierung hängt davon ab, dass die restlichen Barrieren beseitigt werden und medizinischen Dienstleister sowie Stakeholder im Sinne der Patienten die Veränderungen kooperativ angehen. Dann kann die Versorgung aller chronisch Erkrankten deutlich individualisiert und erleichtert werden.

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