Texting: So einfach erreichen Sie Kunden in ihrem Alltagsleben

16.09.2019 Trends
3 Minuten Lesezeit

Wie oft haben Sie heute schon Ihr Handy in die Hand genommen, um eine Textnachricht zu lesen? Eben, ziemlich oft. Wäre es da nicht angenehm, wenn auch Unternehmen ihre Kunden auf so niederschwellige Art und Weise in ihrem Alltagsleben ansprechen würden? Als Marketing-Verantwortlicher haben Sie das in der Hand. Hier erfahren Sie, welches großes Potential Texting als Form des Marketings hat.

Was Texting bedeutet und was Sie beachten müssen

Die Messaging-Plattform Zipwhip stellte in einer Erhebung fest, dass bereits 76 Prozent der Konsumenten von einem oder mehreren Unternehmen via Texting angesprochen werden. Außerdem würde es die Mehrheit dieser Konsumenten – übrigens über alle Altersgruppen verteilt – bevorzugen, wenn noch mehr Firmen sie so mit ihren Angeboten versorgen könnten. Den meisten Zuspruch gibt es dafür trotzdem ganz klischeehaft von der Generation Z (83 Prozent), bei den Millennials sind es knapp dahinter 82 Prozent. Unter den Baby-Boomern wünschen sich 64 Prozent eine Ansprache mittels Texting.

Hört sich nicht schlecht an, aber dürfen Sie einfach so mit Texting an Ihre (potentiellen) Kunden loslegen? Bitte nicht. Was durch das Inkrafttreten der DSGVO illegal geworden ist, war sowieso längst verpönt: Kunden ohne deren explizite Zustimmung anzusprechen. Das heißt auch, dass Sie bereits bestehende Kundendaten nicht immer auch für SMS-Marketing bzw. Texting verwenden dürfen. Das ist nur erlaubt, wenn Sie schon früher im Prozess der Datenerhebung darauf hingewiesen haben, dass Sie den User auf verschiedene Arten kontaktieren möchten. Sollte dieser dafür kein Einverständnis gegeben haben oder Sie die Abfrage vergessen haben, müssen Sie aufpassen. Der auf den ersten Blick kleine Verstoß gegen die DSGVO kann in großen Strafzahlungen resultieren. Setzen Sie zur Datenerhebung für das SMS-Marketing doch auf Social-Media- oder Onsite-Kampagnen. Sie werden sehen: Ihre Liste der Handynummern von Kunden wird schnell steigen.

Wichtig ist zusätzlich, dass Sie Ihre Kunden nicht mit SMS und Textnachrichten bombardieren. Ansonsten denken die Kunden schnell, dass Ihre Nachrichten keine oder eine nur sehr geringe Relevanz für sie haben. Für sie bedeutet Textmarketing, dass sie in ihrem privaten Bereich – also dem Handy – angesprochen werden, da mit Texting viel niederschwelliger kommuniziert wird als in anderen Kanälen.  Mit einer guten und marken- bzw. unternehmenskonformen Anrede können Sie verhindern, dass die Abmeldung ähnlich zügig vonstattengeht wie bei E-Mails.

Die Benefits von Texting im Marketing

Der wahrscheinlich größte Vorteil von Texting? Die geringen Kosten. Texting benötigt vergleichsweise nur einen sehr geringen Teil des Marketingbudgets. Sie können mit SMS- oder Messenger-Marketing viele verschiedene Ansprachemöglichkeiten ausprobieren, ohne wirklich stark auf die Kosten achten zu müssen. Eine Textnachricht besteht immerhin nur aus wenigen Zeichen und ist im besten Fall innerhalb weniger Minuten getippt und an die Empfängergruppe versandt.

Und diese Empfängergruppe wird die Nachricht vermutlich sogar lesen: Zipwhip fand heraus, dass 74 Prozent der Befragten keine Textnachricht ungelesen lassen. Dabei ist es egal, ob die Nachricht auf Messengern wie Facebook und Whatsapp oder klassisch via SMS beim Kunden ankam. Der Anteil wirkt umso größer, wenn man den Bogen zu Newsletter- bzw. E-Mail-Marketing schlägt. Nur 17 Prozent achten nämlich darauf, dass sie null ungelesene E-Mails im Postfach haben. Allgemein ist die Konkurrenz im Textmarketing (noch) sehr klein. Fast ausschließlich große Unternehmen treten auf diese Weise mit ihren Kunden in Kontakt. Unter den Klein- und Mittelunternehmen versucht noch kaum jemand mit Texting zu kommunizieren. Liegt das an den Problemen, die Texting mit sich bringen kann?

Die Probleme, die Texting mit sich bringen kann

Wohl kaum, sind die Probleme von Texting doch recht überschaubar. Ein Nachteil kann sein, dass Sie durch Kampagnen viele unbrauchbare Handynummern einsammeln könnten. Unbrauchbar bedeutet, dass die User eigentlich kein Interesse an Ihrem Angebot oder Produkt zeigen, aber beispielsweise durch ein besonderes Incentive die Handynummer bekanntgegeben haben. Diese Art der User wird Ihre Nachrichten vermutlich nie wieder lesen oder sich vom Messaging abmelden.

Kein Nachteil, aber problematisch ist die richtige Ansprache der Kunden. Dabei gibt es drei verschiedene Arten von Textnachrichten: Gruppennachrichten, Direktnachrichten und Auto-Reply-Keywords. Gruppennachrichten werden an die gesamte Kundenliste versandt und ermöglichen keine individuelle Ansprache. Das können dagegen Direktnachrichten bieten, wobei diese einen deutlich höheren Aufwand verlangen. Mit Auto-Reply-Keywords fragen Sie den User automatisiert nach etwas, worauf er mit einem bestimmten Keyword (z.B. „Ja“ oder „Stop“) antworten muss. Auf dieser Basis erhält er weitere Nachrichten oder stoppt den Versand. Unabhängig davon, welche Textart Sie verwendet haben, wird es immer schwierig bleiben, den Kunden Relevanz zu bieten. Eine SMS oder eine Messenger-Nachricht ist zwar gleich geöffnet, verschwindet aber auch bald wieder aus der Gedankenwelt des Kunden.

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