US-Versicherung bietet gratis Apple Watch an – solange Fitnessziele erreicht werden

05.12.2018 Trends
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Hunderttausende der Kunden von UnitedHealthcare können ab sofort als Teilnehmer eines Belohnungsprogramms eine Apple Watch bekommen – und die Kosten „ablaufen“.

Sie müssen Steuern und den Versand bezahlen, aber können sich die übrigen 300 $ sparen. Das Unternehmen will so mehr Kunden erreichen und die Apple Watch weiter verbreiten.

Apple erreicht damit einen weiteren Meilenstein auf dem Weg, den Gesundheitsmarkt in Amerika für sich zu kapitalisieren – der größte Versicherungskonzern in Amerika mit etwa 50 Millionen Kunden ist bereits auf ihrer Seite. Diskussionen laufen schon mit anderen Versicherern, die Apple Watch an Kunden zu verteilen.

Motion-Programm

Das Motion-Programm des Versicherungsunternehmens UnitedHealthcare belohnt Kunden, die am Tag mehr als 10 000 Schritte laufen. Dabei machen schon Hunderttausende mit, die von ihrem Arbeitgeber angemeldet wurden und sich dann für die Challenge anmelden.

Das Ziel pro Tag: 10 000 Schritte, die sich zusammensetzen aus mindestens sechs Paketen zu 500 Schritten in jeweils unter sieben Minuten (zwischen diesen Einheiten muss je eine Stunde vergehen) und einem Paket aus 3000 Schritten in 30 Minuten. Die übrigen 4000 Schritte dürfen sich beliebig über den Tag verteilen.

Wer das Ziel am Tag erreicht, kann bis zu 4 $ verdienen – entweder, um so die bestellte Apple Watch abzubezahlen oder als Geldbonus. Geld bekommt aber natürlich nur, wer schon Kunde bei Apple ist und nachweist, dass er eine Apple Watch der neusten Generation besitzt. Wer genug Zeit zum Spazieren gehen hat, kann insgesamt bis zu 540 $ „verdienen“ und damit die 300-$-teure Uhr abbezahlen und einen Geldbonus dazu verdienen.

Wer die Ziele nicht erreich, schuldet UnitedHealthcare das Geld für die Uhr.

UnitedHealthcare: Zielgruppe auch diejenigen, die nicht „jung und gut versorgt“ sind

UnitedHealthcare behauptet, mit dem Programm ein wichtiges Ziel zu verfolgen: Wearables wie die Apple Watch auch an Kunden zu bringen, die nicht „jung, aber besorgt“ sind. Diejenigen also, die sich die Smartwatch als Gadget leisten und Mitglied im Fitnessstudio sein können, weil ihre Gesundheit ihnen wichtig ist.

Stattdessen soll das Programm auch diejenigen erreichen, die sich sonst keine Smartwatch leisten würden – und nicht notwendigerweise fit sind. Wer hat schon keine Möglichkeit, am Tag eine halbe Stunde am Stück zu spazieren, sechs mal über den Tag verteilt weitere sieben Minuten mit Laufen zu verbringen und dabei brav das Überwachungsgerät am Arm zu tragen?

Böse Zungen könnten dabei auf diejenigen verweisen, die sich auch kein Fitnessstudio leisten, weil ihre Gesundheit im Allgemeinen vielleicht auch darunter leidet, dass sie durch ihren Job (oder Jobs, wie in Amerika üblich) keine über den Tag verteilten Pausen haben oder schlicht zu erschöpft sind, noch spazieren zu gehen.

Paul Sterling, der Vizepräsident der Versicherung, erklärt zum verlangten Bewegungsprofil: „Es ist kein Marathon. Wir beginnen und enden mit der grundlegendsten Bewegungsform: Gehen. Etwa, das die meisten von uns tun und das wir dann in ein Programm formen.“

Damit sind diejenigen raus, die eben nicht gut gehen können. Und am anderen Ende der Skala diejenigen, die sich vielleicht am Tag enorm bewegen (zur Arbeit Rad fahren oder bei der Arbeit tragen, bauen oder schieben), aber eben nicht gehen.

Ein Kostenfaktor

Die Idee von UnitedHealth: die zum Sport motivierenden Überwachungsgeräte am Arm könnten langfristig Kosten für das Unternehmen sparen.

In einer ersten Studie unter den eigenen Mitarbeitern fand UnitedHealth heraus, dass vor allem Mitarbeiter, die an einer oder mehr chronischen Krankheiten leiden, sich für die Teilnahme am Programm entschieden. Pro Kopf konnte im Vergleich zu jenen ohne Teilnahme eine Ersparnis von 222 $ ausgemacht werden.

Da genau diese Gruppe – Menschen mit Krankheiten oder gar chronischen Krankheiten – eine besondere Belastung für Arbeitgeber und das Land seien, könnte eine Reduzierung von Kosten gerade hier ausschlaggebend sein.

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