Viagra Connect: Pfizer’s Kampagne über heikles Thema

25.11.2019 Kampagnen
2 Minuten Lesezeit

4,3 Millionen Männer im Vereinigten Königreich leiden unter einer Erektilen Dysfunktion. Dies stellt einen Anteil von fast 10% der Einwohner Englands dar und ist eine nur knapp geringere Anzahl, als die Einwohnerzahl von Wales und Nordirland zusammen. 49.000 der bekannten roten Busse, die durch London fahren, könnte man mit ihnen füllen. Umso erfreulicher ist die Nachricht von Pfizer, dass Viagra Connect nun auch rezeptfrei erhältlich ist.

Screenshot: Pfizer "Viagra Connect" by Y&R London

Um diese Nachricht zu verbreiten, setzt Pfizer auf eine Kampagne, die von der Agentur Y & R London entwickelt wurde. Ein dazu gehöriger Werbefilm über Viagra Connect wurde als erster TV-Spot für Erektionstörungen in der Geschichte auf dem britischen Channel 4 gespielt.

Viagra bringt Leichtigkeit zurück

Der Film erzählt die Geschichte eines Paares. Durch die Einnahme von Viagra konnte der Mann seine Erektile Dysfunktion überwinden und das gemeinsame Sexualleben zu neuem Leben erwecken. Dieses freudige Erlebnis bewegt den Mann am nächsten Morgen zum Tanzen. Leichten Fußes gleitet er durch sein Heim, bis hin zur Küche, wo er auf seine glücklich ins Bild tänzelnde Frau trifft. Gemeinsam schwingen sie das Tanzbein und genießen ihr neues Leben.

Kampagne folgte auf Gesetzesänderung

Der TV-Spot ist Teil einer groß angelegten Kampagne und folgt auf Print- und Outdoor-Anzeigen, die in den vorangegangenen Wochen bereits gestartet wurden. Dank einer Gesetzesänderung in Großbritannien im Jahr 2017 darf Sildenafil, so der generische Name für Viagra, nun ohne Rezept in Apotheken verkauft werden. Viagra Connect ist somit das erste Produkt, welches auf dem Markt zur rezeptfreien Verfügung erhältlich gewesen ist.

Mit Hilfe dieser Gesetzesänderung hofft der Pharma-Riese Pfizer Consumer Health Care das Thema der Erektilen Dysfunktion zu entstigmatisieren und auf gesellschaftlicher Ebene mit anderen alltäglichen Erkrankungen oder Dysfunktionen gleichzusetzen.

„Es ist das erste Mal, dass dieses Produkt auf unseren Bildschirmen erscheint und eine Werbung für ein Medikament zur Behandlung der Symptome von Erektiler Dysfunktion gezeigt wird. Wir hoffen, dass die Anzeige dazu beitragen wird, das Thema Erektile Dysfunktion zu normalisieren und Männer zu ermutigen, Rat sowie Lösungen zu suchen“, so Aurore Bourdeau, Senior Brand Manager für Viagra Connect bei Pfizer Consumer Health Care.

Kein Grund für ein Versteckspiel

Die Kampagne trägt ihren Teil dazu bei, Männlichkeit neu zu definieren. Galt eine Erektile Dysfunktion bei Männern bislang als eine Eigenschaft der Schwäche, die man in der Regel stillschweigend für sich selbst verarbeitet, so ermutigt die Kampagne Männer dazu, offensiv mit ihren Problemen umzugehen. Erst das Versteckspiel führt nämlich zu dem Irrglauben, dass man mit seinen Leiden alleine dasteht. Das Ziel, welches Pfizer Consumer Health Care hinter seiner Kampagne sieht, ist den Menschen zu verdeutlichen, dass es sich bei einer Erektilen Dysfunktion um ein, in der gesamten Gesellschaft weit verbreitetes Phänomen handelt.

Besonders die Einschätzung, dass eine Erektile Dysfunktion ausschließlich ältere Männer betrifft und nicht bei der Gruppe der unter 40-jährigen vorkommt ist weit verbreitet. Doch selbst bei Männern, die sich noch in ihren 30ern befinden, leiden Studien zufolge etwa 25% unter einer Erektilen Dysfunktion. Diese lässt sich vor allen Dingen in einem ungesunden Lebenswandel sowie psychischem Stress begründen. Somit ist klar, dass eine Erektile Dysfunktion kein Zeichen von Schwäche oder einer mangelnden Männlichkeit, sondern eine Reaktion des männlichen Körpers auf eine veränderte Umwelt darstellt.

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