Wie lange bleibt der AI-Arzt noch Science-Fiction?

Star Trek gilt als eine der einflussreichsten Sci-Fi-Geschichten der Welt – viele Wissenschaftler, Mediziner und Erfinder geben an, von den Ideen in dieser Geschichte inspiriert worden zu sein.

Ein zentrales Element der Phantasien in Star Trek ist die medizinische Technologie an Bord der Raumschiffe: Schiffsärzte können Patienten mithilfe von Maschinen in Sekunden bis ins letzte Detail untersuchen und sich dann vom Computer bei der Analyse helfen lassen. Teilweise ist der Computer selbst sogar der Arzt – ein extrem intelligentes Programm, das die gesammelten Informationen über Patienten auswertet und die beste Behandlung vorschlägt.

Es ist ganz sicher nicht schlecht, dass sich Ärzte und Forscher auch heute von dieser Geschichte inspirieren lassen. Sie lädt nicht nur zum Träumen ein, sondern eben auch zum Entwickeln und Forschen.

Was wäre, wenn? Die große Frage hinter Sci-Fi

Jede Sci-Fi-Geschichte behandelt eine „Was wäre, wenn?“-Frage. Medizinische Computer, die alle möglichen Krankheiten analysieren und das perfekte Gegenmittel mischen können, stellen für uns heute die Frage auf: Was wäre, wenn wir künstliche Intelligenz nutzen könnten, um zu heilen?

Was wäre, wenn wir Maschinen Informationen über Krankheiten füttern, bis sie die perfekte Therapie für einzelne Personen ausspucken könnten? Was wäre, wenn unsere Medizin-Maschinen so viel Wissen gesammelt hätten, dass sie daraus auch perfekt auf neue Erkrankungen extrapolieren könnten?

Die Frage motiviert nicht nur Forscher und Sci-Fi-Fans, sondern auch große Unternehmen und beispielsweise die EU – 20 Milliarden werden wieder neu in die Erforschung von AI für medizinische Zwecke investiert. Von IBM bis zu kleinen Start-Ups steckt zur Zeit überall „AI“ in der Erforschung von Medizin.

Die heutigen Antworten

Bisher sind die Antworten, die wir erhalten eher ernüchternd. Die großen Investitionen bringen nicht die gefühlt magischen Ergebnisse der Zukunft.

Die Idee klingt einfach: Wenn Watson, die künstliche Intelligenz von IBM, genug Informationen über Krebsarten bekommt, kann er danach für neue Krebsfälle die beste Behandlung vorschlagen. Schade nur, dass Watson auf die vorhandenen Behandlungsmethoden zurückgreifen muss. Es kann auch nur das empfehlen, was erfahrene Ärzte ähnlich machen würden. Vielleicht gelingt ihm gelegentlich eine Schlussfolgerung über neue Datensätze, die bisher nicht berücksichtigt wurden. Aber dafür benötigt es eben diese neuen Datensätze. Denn die künstliche Intelligenz ist zwar schneller in der Kombination von Datensätzen, muss aber dennoch initial vom Menschen trainiert werden.

Die Hoffnung auf das, was kommt

Heute leben wir also noch in der Zeit, in der AI, Machine Learning oder Deep Learning noch keine Wunderheiler sind. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die künstlichen Intelligenzen – unter welchem Namen wir sie dann auch kennen werden – tatsächlich nicht nur genügend Daten über Patienten bekommen können, sondern auch genügend medizinische Verfahren zur Verfügung haben, die sie zur Heilung vorschlagen können.

Dieser Tage erleben wir enorme Vorstöße von AI, weil die Hardware zur Berechnung Sprünge gemacht hat. Der nächste Schub entsteht vielleicht durch massiv bessere Medikamente oder eine Revolution der Datenrepräsentation für Maschinen.

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