Wie verändert Augmented Reality die Gesundheitsbranche?

01.04.2016 Trends
3 Minuten Lesezeit

Virtual Reality war gestern. Heute ist das Phänomen Augmented Reality in aller Munde. Im Gegensatz zu Erstem, werden hier Objekte direkt in den Raum projiziert. Die bestehende Realität wird also um diese künstlichen Produkte erweitert. Wir geben einen Einblick, wie virtuelle und erweiterte Realität die Gesundheitsbranche nachhaltig verändern können.

Virtual Reality vs. Augmented Reality

Zu Beginn noch einmal kurz der Unterschied zwischen VR und AR:

Bei der sogenannten virtuellen Realität, wird mithilfe von Computertechnik eine reale Situation künstlich nachgestellt. In der Gesundheitsbranche findet das heute bereits bei der Behandlung von Phobien oder bei der medizinischen Ausbildung eine wichtige Rolle. Hier werden beispielsweise virtuelle Räume erschaffen, die eine Behandlung von virtuellen Patienten ermöglichen sollen. Anhand dieser Beispiele können Medizinstudenten reale Fälle bearbeiten, ohne dabei Gefahr zu laufen, einen folgenschweren Fehler zu begehen.

An der Nursery University of Texas in Arlington, kommt das Projekt Second Life zum Einsatz. Hier lernen angehende Gesundheits- und Krankenpfleger den Umgang mit Patienten in einer virtuellen Umgebung. Bei Patienten die sich in der Phase der Rehabilitation befinden, kann mithilfe von virtueller Realität das Erlernen bestimmter Bewegungsabläufe erleichtert werden.

Die erweiterte Realität (engl.: Augemented Reality) geht einen Schritt weiter. Es wird hier nicht mehr auf künstliche Räume gesetzt, sondern auf die Erweiterung einer reellen Situation um künstliche Objekte. Was früher nur in Science Fiction Filmen zur Anwendung kam, ist heute besonders in der Gesundheitsbranche ein wachsender Trend. Ein Student wird in Zukunft seine eigenen Hände benutzen können, um an einem virtuellen Objekt zu arbeiten.

[Tweet theme=“tweet-box-shadow“]Mittels Augmented Reality kann die Ausbildung von Ärzten maßgeblich verbessert werden.[/Tweet]

 

Welchen Nutzen bringt das für die Medizin?

Mithilfe von Google Glass konnte der Chirurg Shafi Ahmed Operationen für mehrere Tausend Studenten auf der ganzen Welt live übertragen. Die Ausbildung von jungen Chirurgen kann so stark beschleunigt werden, da sie viel häufiger und risikoärmer üben können. Die Organisation Medical Realities bietet medizinisches Training mittels virtueller und erweiterter Realität an. Dadurch können die Kosten der Ausbildung stark gesenkt werden und Studenten auf der ganzen Welt bestmögliches Training erhalten.

Ein weiteres spannendes Projekt nennt sich AccuVein. Dabei soll das Blutabnehmen erleichtert werden. Oft ist es sehr schwierig die richtige Stelle zu finden – mittels AccuVein werden die Adern gescannt und auf der Hautoberfläche angezeigt. So können Venen mit einer bis zu 3,5 Mal höheren Wahrscheinlichkeit gleich beim ersten Einstich getroffen werden.

Auch der Einsatz in Kriegsgebieten wird derzeit getestet. Oft sind keine erfahrenen Chirurgen vor Ort, um bestimmte Eingriffe vorzunehmen. Die Idee dahinter ist, dass ein Arzt in einem Lazarett Hilfe von einem Spezialisten via Augmented Reality bekommt. Mit einem speziellen System werden die beiden verbunden und der Spezialist kann live bei der Operation „dabei“ sein und den Arzt durch die Operation begleiten.

Neben sinkenden Kosten für die Ausbildung können virtuelle und erweiterte Realität in Zukunft die Gesundheitsbranche nachhaltig verändern. Besonders bei der Rehabilitation und beim Erlernen chirurgischer Fähigkeiten sind die Fortschritte auf diesem Gebiet essentiell.

HoloLens als Vorzeigeprojekt

Bei der build Konferenz, die vergangene Woche in San Francisco stattfand, gab Microsoft den Beginn der Auslieferung seiner HoloLens an Entwickler bekannt. Auf der Bühne wurde live demonstriert wie die HoloLens für den Unterricht von Medizinstudenten verwendet wird. Auch der Videochat inklusive Hologramm wird mit der Anwendung möglich. Während eines Gesprächs kann so das Gegenüber ins eigene Wohnzimmer projiziert werden. Wenn beide Personen in Räumen mit Kameras sind, können sie als Hologramme miteinander interagieren.

Was sich für viele noch wie eine Botschaft aus einer anderen Welt anhört, wird also zunehmend real.

Übrigens: Wer sich eine HoloLens um satte 3.000 US Dollar kauft (derzeit ist das allerdings leider nur für Entwickler möglich), kann auf Mars Expedition gehen und den Planeten aus der Sicht von NASA-Wissenschaftlern erkunden. Wem das zu viel des Guten ist, der kann sich auch erst einmal mit diesem Video einen Einblick in die Anwendung von AR in der Medizin verschaffen.

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