Your Cancer Game Plan –
Mercks Krebskampagne setzt auf Teamwork

03.03.2017 Kampagnen
3 Minuten Lesezeit
(c) yourcancergameplan.com/Merck Sharp & Dohme Corp

Merck & Co. starten mit einer neuen Kampagne für das immunonkologische Medikament Keytruda, das bei Kopf-Hals-Tumoren angewendet wird. Die Idee hinter der Kampagne ist, den Patienten stärker zu zeigen, was ihre eigene Planung bewirken kann.

Die üblichen Worte, die verwendet werden, um die Krankheit und Behandlung zu beschreiben, sind Kampfbegriffe: Den Krebs bekämpfen, besiegen, die Schlacht gewinnen… Ähnlich sieht es oft mit Sport aus: Auch hier werden Pläne geschmiedet, um einen Gegner zu besiegen. Ein Unterschied zwischen Sport und Krieg ist, dass sich mit Sport bessere Werbekampagnen machen lassen.

Spielplan zum Krebs für mehr Bewusstsein

Der Titel der Kampagne lautet „Your Cancer Game Plan“ – „Dein Krebs-Spielplan“. Ziel ist, Patienten und Angehörige zu motivieren, die Krankheitsbekämpfung aktiv mitzugestalten. Alle Betroffenen sollen sich damit beschäftigen, wie sie einander unterstützen können. Aber auch, welche Bedürfnisse sie in verschiedenen Bereichen haben.

Jeder Mensch hat in schwierigen Zeiten andere Bedürfnisse. Diese Kontraste tauchen oft innerhalb von Familien auf und es ist gut, darüber zu sprechen, dass alle Varianten valide sind. Beispielsweise:

  • Emotional – es gibt Menschen, die in Krisen eher „kalt“ scheinen und erst mal sachliches bearbeiten wollen, andere müssen von Anfang an ihre Emotionen sichtbar verarbeiten. Einigen hilft es, über ihre Gefühle zu sprechen, andere möchten die selbst verarbeiten und hauptsächlich „Normalität“ erleben.
  • Ernährung – es gibt Menschen, die unter Stress mehr oder anders essen. Andere essen nichts, weil ihnen der Appetit vergeht. Das bezieht sich nicht nur auf kurzfristige Phasen nach einer schlechten Nachricht, sondern auch auf lange Zeiten. Das kann sich darauf auswirken, wie in einer Familie gekocht wird. Oder schlicht zu ungesunden Mustern führen.
  • Kommunikation – Manche Menschen möchten möglichst viele Sachinformationen über eine Krankheit haben. Auch niedrige Prozentzahlen beruhigen sie, weil sie etwas Abstraktes greifbar machen. Andere Menschen möchten keine Sachinformationen, sondern schöpfen Kraft aus emotionalen Nachrichten von anderen.

Ein guter „Spielplan“ bezieht die Vorlieben und Persönlichkeiten aller auf dem Feld mit ein.

Footballspieler Jim Kelly als Galionsfigur

Der berühmte Spieler Jim Kelly hat selbst eine Form eines Kopf-Hals-Tumors überlebt. Er weiß, dass zu den besonderen Schwierigkeiten bei dieser Form von Krebs auch die sichtbaren Veränderungen gehören. Manche Menschen verlieren die Fähigkeit zu sprechen. Teilweise verändern sich Gesichtszüge und die Bedeutung bestimmter Gesichtsausdrücke. Manche Patienten können nicht mehr allein oder ungehindert essen.

Der „Spielplan“ soll allen Beteiligten helfen, auf solche Situationen vorbereitet zu sein. Sie sollen lernen, mit den spezifischen Herausforderungen umzugehen. Kelly selbst sagt, dass er aus diesen „Herausforderungen“ viel gelernt hat. Insbesondere über die Bedeutung von emotionaler Unterstützung und davon, sich um sich selbst zu kümmern.

Kampagne ergänzt informative Maßnahmen

Die neue Kampagne ist gestartet und ergänzt damit die bisherigen Maßnahmen von Merck. Das Krebsmedikament Keytruda wurde bisher vor allem durch Informationen über die Produktwebseite und Broschüren beworben. Die neue Kampagne soll „eine Weile“ laufen und die sachlichen Informationen über das Medikament durch Unterstützung ergänzen.

Die Kampagne kann als Vorbild für Varianten in Europa verwendet werden – obwohl hier Football eher ein Nischensport ist. Eine mögliche Übertragung wäre es, einen bekannten Fußballspieler einzusetzen, der für eine Bewusstseinskampagne auftritt. Auch hier ist das „Teamwork“ enorm wichtig. Und wenn die emotionale Seite vernachlässigt wird, geraten Spieler ins Straucheln – und das Team verliert.

Weil Patienten in Österreich allerdings bei Krebsmedikamenten nicht frei wählen, können sich Unternehmen in anderen Bereichen entscheidendere Vorteile verschaffen. Eine patientenzentrierte Werbekampagne würde hier beispielsweise die Aspekte einbeziehen, gegen die das Medikament nicht helfen kann und für diese Bereiche Unterstützung anbieten.

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